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Kraftorte auf Juist – das Original aus Happinez – Deutschland ist auch schön

Juist ist eine kleine Insel in der Nordsee. Juist ist der perfekte Urlaubsort zum entspannen, denn auf Juist fahren keine Autos und der ewig lange Strand lädt zum Spazierengehen ein. Um uns der Natur noch näher zu fühlen haben meine Freundin Verena und ich eine Wanderung zu den Kraftorten von Juist gemacht. Was wir dabei alles wundersames erleben durften, erzählt heute Verena.

Es ist früh. Draußen bei den Dünen ist es ganz ruhig. Nur wenige Touristen haben sich an diesem Morgen aufgemacht, um auf ihren Fahrrädern die Ostfriesische Insel Juist zu erkunden. Ein paar Möwen ziehen ihre Kreise über Wiesen, auf denen braune und schwarze Pferde grasen. Dahinter schwingt das Meer sanft im Takt der Wellen – es ist Ebbe.

Juist Urlaub

Astrid steht am Straßenrand und beobachtet dieses Schauspiel, blickt starr geradeaus, die Augen offen und doch geschlossen. Sie wirkt, als ob ihr Blick diesen Moment fotografierte und als Negativ in ihren Gedanken verewigte. Ein leichter Windhauch weht durch ihr Haar. „Tagträumen nenne ich das“, sagt sie und dreht sich zu einer Gruppe Menschen um. „Wir blicken auf die Natur, ohne etwas zu wollen oder zu erzwingen und lassen alles los. Und dann lassen wir unsere Gedanken tanzen und sich frei fühlen.“

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Astrid Witschorke ist Lebensberaterin, bietet „Intuitives Sehen“ und Qi Gong an. Jeden Mittwoch unternimmt sie eine Wanderung zu den Kraftorten der Insel. Voraussetzung ist eine Anmeldung von mindestens fünf Interessierten.Die Gruppe wandert insgesamt zwei Stunden lang, sucht die schönsten, kraftvollsten Naturschauplätze auf, trifft auf Elementarwesen – die guten Geister der Natur – die nur eines im Sinn haben: Liebe und positive Kraft zu bringen und Menschen das Wesentliche im Leben aufzuzeigen.

Astrid Witschorke Juist Astrid Witschorke

Astrid kam als Baby mit ihren Eltern von Berlin nach Juist und gilt daher als einheimisch. Sie kennt jeden Winkel der Insel, ist mit den Witterungen, den Gezeiten, der Natur aufgewachsen. Hier fühlt sie sich sicher und frei. Bis sie mit 15 Jahren zum ersten Mal alleine das Haus hütet, während ihre Eltern für drei Wochen auf Urlaub sind. „Nachts erwachten die alten Gemäuer zum Leben, alles knackte und ich konnte überhaupt nicht schlafen, so sehr fürchtete ich mich.“ Angst, ein Gefühl, das sie vorher nicht kannte, sie jedoch jetzt zu lähmen drohte. Aber Astrid lässt das nicht zu und bietet der Angst die Stirn. Sie beginnt zu meditieren, bis sie das negative Gefühl in die Knie zwingt und vertreibt.

Von dieser Zeit an interessiert sie sich für alternative Heilmethoden, beginnt mit Tai Chi, Qi Gong und Yoga. Das macht sie für die nächsten 25 Jahre, teilweise sehr exzessiv. „Ich habe bis zu vier, manchmal fünf Stunden täglich Yoga praktiziert“, sagt sie. Wahrscheinlich, weil sie nie wieder der Angst ein Türchen öffnen wollte. Aber genau das Gegenteil passiert 2006. „Ich bin nach Hause gekommen und zusammengebrochen. Ich hatte eine Panikattacke, konnte nicht mehr lesen, musste mich flach und kerzengerade auf den Boden legen.“ Jahrelanger beruflicher und familiärer Stress brachte Astrids Fässchen zum Überlaufen. „Ich wusste plötzlich gar nichts mehr. Fühlte mich leer, am Boden zerstört und hatte keine Ahnung, wo ich im Leben stehe“, erzählt sie mit ruhiger, sanfter Stimme. Ihre Augen sind für eine Sekunde traurig. „Das war schlimm“, sagt sie, „aber ich habe sofort überlegt, mir helfen zu lassen.“

Sie begibt sich in Therapie und beginnt wieder mit Meditation und geht viel spazieren. Aber langsamer und achtsamer, als früher.

Die Gruppe, die Astrid heute zu den Kraftorten führt, besteht hauptsächlich aus Frauen. „Die sind dafür eher empfänglich. Männer kommen auch, sind aber meist in der Unterzahl.“ Von der Straße führt ein Weg durch die Dünen. Sand unter den Füßen. „Zieht ruhig eure Schuhe aus und geht jetzt gaaanz laaaangsam vorwärts. Versucht achtsam zu gehen, jeden Schritt zu fühlen, bewusst eure Umgebung wahrzunehmen, zu riechen und zu hören“, gibt Astrid Anweisungen an ihre heutigen Schüler. „Aber bevor wir weitergehen, müssen wir die Elementarwesen um Einlass bitten.“ Sie bleibt stehen, faltet ihre Hände wie zum Gebet und verneigt sich kurz.

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Die Elementarwesen sind Feen, Elfen oder Zwerge, die Bewohner der Natur, der Elemente, der Steinen, der Pflanzen, leben im Meer, in der Luft und in der Erde. Sie bestehen aus der reinsten Form von Energie, manche sind alt, manche jünger und für Astrid sind sie sichtbar. Für die anderen aus der Gruppe nicht. Als die Wandergruppe zwischen den Dünen auf den Strandabschnitt vor der rauen Nordsee zum Stehen kommt, kommt auch die Sonne zwischen den Wolken hervor. Wärme und eine besondere Stille erfüllen den Augenblick.

Eine Vogelfeder liegt einsam auf dem endlos langen Sand von Juist. „Schön ist es hier“, sagt Astrid und alle anderen stimmen ihr stumm zu. „Die Elementarwesen freuen sich, dass ihr hier seid, dass ihr sie besucht und schenken euch ihre Liebe und Energie.“ Mit den Elementarwesen kam Astrid erst nach ihrem Zusammenbruch in Kontakt. „Das war eine kraftraubende Zeit“, erzählt sie. „Ich war viel spazieren und hier in der Natur von Juist unterwegs. Ich habe verstanden, dass Negatives zum Leben gehört. Ich habe gelernt, es zu akzeptieren, habe es zugelassen und in Positives umgewandelt.“ Astrid will den Besuchern das Wäldchen, jenen Ort zeigen, wo sie zum ersten Mal einem Elementarwesen begegnet ist.

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Wieder wird um Einlass gebeten, wieder werden die Menschen herzlich aufgenommen. Der Wald ist mystisch, voll mit Birken und Eichen, die seltsam gebogen sind und sich schraubenartig umeinanderwinden, als ob sie miteinander tanzten. Alle aus der Gruppe sind ruhig, einige stehen vor den Bäumen, wirken müde, machen die Augen zu. „In der Natur und durch die Elementarwesen habe ich wieder zu mir gefunden“, erzählt Astrid. „Und wann immer ich Zeit finde oder ich nicht gut drauf bin, gehe ich in die Natur. Sie ist die Basis, die uns hilft und im Leben weiterbringt.“ Langsam geht sie weiter, steuert auf eine Birke zu. „Hier ist er auch schon, Herr Elf. Es ist schon ein paar Jahre her. Ich war gerade mit Freundinnen spazieren und dann ist er mir begegnet. Es war das erste Mal, dass ich ein Elementarwesen gesehen habe und die Kraft, die da gefühlt habe, war unglaublich stark und erfüllend.“ Astrid lächelt, ihre Augen funkeln. „Er freut sich über unseren Besuch. Hat jemand einen Wunsch oder ein Anliegen, dann könnt ihr das dem Elfen jetzt erzählen. Er wird euch Liebe und positive Energie geben.“ Jemand aus der Gruppe hat tatsächlich eine Bitte. Sie stellt sich vor dem Baum, schließt die Augen und steht einfach nur still da, zwei Minuten lang. Dann verneigt sie sich. „Ich habe etwas gespürt, neben mir“, erzählt sie den anderen. „Er steht ja auch direkt neben dir, du bist eingehüllt in seine Energie, alles ist weiß um dich herum“, sagt Astrid.

Schritt für Schritt taucht die Gruppe in die Ruhe, Gelassenheit und Spiritualität des Waldes ein und lässt den Alltag und seine Hektik endgültig hinter sich. „Es ist wirklich schön hier“, sagt eine Frau und schaut in den Wald hinein, betrachtet ihn wie ein Bild eines weltberühmten Malers. Ihre Sinne sind berauscht von dem Grün der Blätter und der Wiesen, dem Braun der Rinden und Äste, von dem Rascheln der Blätter und dem Duft von feuchtem Waldboden und Moos. „Bäume sind unsere Freunde, so wie die ganze Natur. Wir müssen uns um sie kümmern, behutsam mit ihr umgehen. Sie ist die Einzige, die wir haben. Die Elementarwesen sehen das genauso“, sagt Astrid und berührt eine Eiche, legt ihr die Hand zärtlich auf.

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Andächtig und schweigend marschiert die Gruppe weiter, bevor sie sich von dem Wald und seinen Bewohnern verabschiedet. Astrid und alle anderen verneigen sich. „Danke, liebe Natur und liebe Elementarwesen“, sagt eine Frau laut, eine Zweite nickt zustimmend. Eine Möwe zieht ihre Kreise am Himmel, während ein Windhauch über ihre Gesichter weht.

Hier geht es zu Astrids Wanderungen und Homepage

Text: Verena Schitnig

Fotos: Deike Behringer

Auch erschienen in der Happinez 3/18

Happinez Juist

Mehr zu Juist

Die ostfriesischen Inseln sind ein Naturschutzgebiet und Juist ist die ökologischste der drei Inseln. Keine Autos fahren hier. Mit Pferdekutsche werden die Urlauber abgeholt, mit dem Fahrrad oder zu Fuß bewegt man sich von a nach b. Juist ist ein riesiges Naturschutzgebiet, mit letzlich nur 2 Orten Loog und Juist. Töwerland nennen die Juister ihre Insel, Zauberland. Nicht nur deshalb, weil Juist sich in den letzten 2000 Jahren immer wieder verändert hat, nein vor allem, weil aus einem einst kargen Land ein Urlaubsparadies geworden ist. Juist ist die längste der friesischen Inseln. Doch dafür auch wahnsinnig schmal, von einer auf die andere Seite braucht man nur wenige Minuten. Die Insel besteht fast nur aus Sand und Dünen. Juist wird daher auch liebevoll „Längste oder Schönste Sandbank der Welt“ genannt.

Nach zwei Tagen verlassen wir das Zauberland und brechen auf nach Norderney.

Mit freundlicher Unterstützung von www.juist.de

Du bist eher ein Familienurlaubs-Typ. Dann gefällt dir sicher Borkum.

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