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Leben in Mexiko während der Corona Pandemie

Liebe Leser,

Aus meinem letzten Post wurde ersichtlich, dass ich immer noch in Mexiko bin, obwohl ich schon lange wieder in Deutschland sein sollte. Trotz Corona Virus.
Ich habe mich dazu entschieden hier zu bleiben. Stay at Home. Tulum is my Home.
Heute möchte ich von unserem Leben in Mexiko erzählen, in dieser seltsamen Zeit.

 

Fakten über die Quarantäne an der Riviera Maya –  Corona Virus in Mexiko

Lockdown – das wurde bei uns unternommen, um die Pandemie einzudämmen

Wir sind jetzt bereits in der fünften Woche der Quarantäne. Die Maßnahmen wurden hier ziemlich zeitgleich mit Deutschland eingeleitet. Auch wenn wir zu diesem Zeitpunkt weitaus weniger Fällte hatten, nämlich im ganzen Land knapp 600. Vermutlich weitaus mehr, da es hier zunächst keine Tests gab. Auch mir ging es gleich zu Anfang ziemlich schlecht. Der Bürgermeister von Tulum reagierte schnell, schloss alle Hotels und verhängte Ausgehsperre ab 21:00 Uhr und freiwillige Quarantäne.
Ich hatte Husten und Fieber und ich habe eigentlich nie Fieber. Zum Testen kam aber keiner, nur wer auch Atemnot hatte galt als potenziell erkrankt, also ähnlich wie ich es aus Deutschland gehört habe. Nach ca einer Woche ging es mir wieder endlich besser.


Jetzt waren auch alle Strände an der Riviera Maya geschlossen, sowie alle Parks und Maya Ruinen. Die meisten Touristen waren abgereist und auch einige Auswanderer waren in die Heimat zurückgekehrt.

Strände sind gesperrt für alle in ganz Quintana Roo

Bei uns wird nicht das Klopapier knapp, das ist ein Luxusartikel auf den man wohl gut verzichten kann. Seit dieser Woche gibt es einen anderen Luxusartikel so gut wie gar nicht mehr: Bier! Und noch besorgniserregender: das Gemüse ist oft ausverkauft, es scheint also Lieferengpässe zu geben und das fängt mir mittlerweile an Sorgen zu machen.
Seit Anfang dieser Woche müssen wir um sieben Uhr zuhause sein, Masken sind Pflicht, in den Supermarkt darf nur eine Person pro Haushalt.

Das bedeutet der Lockdown für die Riviera Maya

Wie in meinem vorherigen Beitrag bereits erwähnt, ist das Gesundheitssystem in Mexiko nicht vergleichbar mit dem Deutschen. Jeder, bis zu diesem Zeitpunkt weiterhin eingereiste Tourist, stellte also eine wirklich große Gefahr da. Zugleich leben in diesem Teil von Mexiko fast alle vom Tourismus. Für uns hier ist es also weitaus mehr. Alles zu schließen, bedeuten den Untergang der Wirtschaft in Quintana Roo. Wir reden hier also von einer Entscheidung zwischen Pest und Cholera!

Die meisten Menschen hier sind arm. Vor allem, wenn es keine Arbeit gibt. Fast alle leben von der Hand in den Mund. Die Sorge vor steigender Kriminalität wuchs.
Auch hier reagierte der Bundesstaat und viele gemeinnützige Organisationen schnell. Es wird für die Grundversorgung an Lebensmitteln gesorgt. Die Polizei und ehemalige Restaurants geben Reis und Bohnen an die Armen aus.

Viele Menschen hier begreifen weiterhin nicht, warum diese Maßnahmen bei so wenigen Fällen ergriffen wurden sind und trafen sich weiter mit Freunden, begrüßten sich weiterhin mit Handschlag und Küsschen. Folge, seit letzter Woche befinden wir uns offiziell in Phase drei der Pandemie, sprich, der Staat kann die Fälle nicht mehr zurückverfolgen und die Pandemie ist außer Kontrolle.

Trotz frühzeitig eingeleiteten Maßnahmen steigt die Anzahl der Erkrankten und  Corona Toten täglich. In Tulum gibt es derzeit (Stand 28.04.20) nur 8 Fälle, davon 2 Verstorbene. Jedoch fehlt es weiterhin an Tests und man darf auch nicht vergessen, dass Tulum ein Dorf ist. Der Pandemie Herd in der Region liegt in Cancún. Hier sind zu diesem Zeitpunkt 523 Corona Fälle, 56 Tote und in Playa del Carmen 117 Fälle und 21 Tote. Insgesamt hat alleine Quintana Roo jetzt 697 Corona Kranke. Und während am Anfang nur ca. jeder vierte positiv war, ist es jetzt mehr als jeder zweite Getestete positiv. Wir befinden uns also mittendrin und es ist kein Ende in Sicht.

Wir sitzen also, wie der Rest der Welt, die meiste Zeit in unserem Haus und gehen nur zum einkaufen raus.Lockdown Tulum

Lockdown in Tulum

Tulum Town: alle Läden zu, Nudeln sind auch hier oft ausverkauft 

Warum wir in jeder Hinsicht Gutes tun, wenn wir zuhause bleiben

 

Ich weiß, dass nicht nur hier viele der „Stay at Home“ Regeln überdrüssig sind. Ich weiß, dass viele nicht an die Gefahr des Corona Virus glauben. Ich persönlich habe Angst um meine Eltern und meinen lungenkranken, besten Freund.
Aber wenn ihr „Corona Gegner“ seid, bitte denkt dran, dass ihr grade nicht nur Menschenleben rettet. Vielleicht habt ihr auch die Fotos von der nun sauberen Luft in L.A. gesehen? Wenn nicht, hier ist es:

 

 

Oder davon gehört, dass Delfine vor Venedig gesichtet werden.

 

All das zeigt uns, dass wir grade Gutes tun, indem wir einfach nur Zuhause bleiben und diese Welt, unseren Planeten, unsere aller Mutter endlich wieder atmen lassen. Wer sich also über Vorschriften ärgert oder Verschwörungstheorien verbreitet, sollte sich vielleicht einfach mal diese Bilder vor Augen halten, tief durchatmen und dann vielleicht für die Oma von nebenan einkaufen gehen, statt seine Zeit sinnlos bei Facebook zu verschwenden. Wir wissen jetzt endlich zu schätzen, was wir haben. Unsere Familie, Freunde, unsere Freiheit. Also lasst uns dankbar sein und in Zukunft noch achtsamer mit unseren Mitmenschen und unserer Umwelt umgehen. Ein Urlaub im Jahr tut es auch. Boykottiert endlich die Kreuzfahrtindustrie. Stattdessen besucht mal Juist oder Norderney, ist wirklich schön und Juist ist in Sachen Nachhaltigkeit ein Vorbild. Macht was mit euren Eltern, statt mit der PlayStation.

 

 

Projekt Umweltschutz und Meeresschildkröten Mexiko TulumBitte gerne teilen…. @deike_cleansup

Die Schildkröten kommen dieses Jahr auf der ganzen Welt früher. Als wüssten sie, dass genau jetzt der Zeitpunkt ist. Dass keine Hotels mit ihren grellen Lichtern und Partys ihre Babys in die falsche Richtung laufen lassen. Dass keine Idioten sie mit Blitzlicht bei der Eiablage stören oder ihre Eier zum Verzehr klauen.

 

Mexiko Schildkröten Babys

 

Nachtrag 2021: ich hatte diesen Artikel eine ganze Zeit lang privat gestellt, nachdem ich regelrechte Droh- und Beleidigungsmails via Facebook von anderen DEUTSCHEN (!) erhalten habe, ich würde dem Tourismus schaden Zitat „dumme Göhre“. Ich habe den Artikel wieder online gestellt. Da er weiterhin, ein Jahr später, mit meinen Wertvorstellungen übereinstimmt und habe politische Statements entfernt, da ich diese als Einwanderin bei mexikanischen Gesetz nicht veröffentlichen darf.. Zudem wurde ich auf leider ebenfalls sehr unangenehme Weise darauf aufmerksam gemacht, dass das Wort LOCKDOWN falsch verwendet wurde und wir nicht im Lockdown sind (Definition Lockdown im politisch korrekten Kontex). Da selbst die ARD/ZDF dieses Wort demnach fälschlich verwendet, lasse ich es so stehen jbd weise darauf hin: das Wort Lockdown ist mussverständlich. Es galt sie Aufforderung bitte zuhause zu bleiben

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