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Urlaub auf Sardinien – von unserer Anreise und unserem Urlaubsort Isola Rossa

Es ist halb 7:00 Uhr morgens als meine Fähre den Hafen von Olbia ansteuert. Die aufgehende Sonne spiegelt sich auf der Meeroberfläsche. Es glitzert und schillert. Es geht ein leichter Wind als sich über die Reling kucke und nach Delfinen Ausschau halte, die aber wohl noch schlafen.

 
Ich verlasse die Fähre und genehmige mir erst mal einen Kaffee, dieser schmeckt genauso unglaublich aromatische wie schon in Rom (dazu später mehr) und kostet auch hier nur einen nur 1,20 €.  Ich habe noch jede Menge Zeit, denn Frau.Ottos Flugzeug landet erst gegen Nachmittag,  also trinke ich am Hafen gleich noch einen Kaffee.

Mit mir sind viele Einheimische, die am Ende am Hafen arbeiten, an der Bar. sie lachen und unterhalten sich. Die anderen Touristen haben schon lange den Shuttlebus in Richtung Innenstadt genommen.. Nach einer weiteren halben Stunde entscheide auch ich mich langsam den Weg Richtung Innenstadt anzutreten. Als ich dort angekommen bin, stelle ich fest dass ich das auch zu Fuß hätte laufen können. Ich bummle durch die Altstadt, die wenn man ehrlich ist, nicht so wirklich viel zu bieten hat. Ich entscheide mich also noch einen Kaffee zu trinken und unterhalte mich mit einem Italiener der tatsächlich ganz gut Deutsch kann, so dass ich mein schlechtes Italienisch erst mal gar nicht einsetzen muss. Ich erzähle ihm, dass unser eigentliches Ziel Isola Rossa sein wird und er lächelt und sagt mir, dass wir damit alles richtig gemacht haben.

Sardinien ist die Karibik Europas, so sagt man. Daher suchen Frau Otto und ich nach dem ich sie vom Flughafen abgeholt habe als erstes eine wunderbar und als Geheimtipp geltende Bucht auf. Sie liegt versteckt hinter einer privat Anlage bei Murta Maria, genannt Porto Istana. Eine echte kleine, ruhige, Bucht mit flachem Wasser.

Mit nur knapp 5 Stunden schlaf, setze ich mich hinter das Steuer unseres riesigen Mietwagens,  um eine abenteuerliche Fahrt über die Berge anzutreten. Nicht nur, dass die hohen Berge bei mir Flachland-Kind echte Höhenangst auslösen, auch das fahren von scharfen, dicht aufeinander folgenden Kurven übt man in Hamburg eher selten…. So wurden wir mehr als einmal von unserem hinter Mann mit hupen und wilden, genervten Gesten bedrängt. Die Sarden sind es halt geübt mit 90 Sachen über den Berg zu heizen. Ich wollte auf dem Gipfel eigentlich nur noch weinen. Doch tapfer fuhr ich weiter und so erreichten wir gegen späten Abend, hinter den 7 Bergen, direkt am Strand gelegen,  Isola Rossa! Noch im Bett fuhr ich innerlich Kurven.

Isola  Rossa ist ein stilles Örtchen, das pünktlich zum 1. Juni zu erwachen schien. Das tolle an Isola Rossa ist das ist eigentlich gleich drei Strände hat, die man zu Fuß erreichen kann. Der erste kleinste Strand, Li Fimini, ist direkt am Ort und so auch direkt an den Geschäften und Restaurants gelegen. Der zweite erstreckt sich dahinter, er ist lang, wundervoll weiß und das Wasser geht flach ins Meer hinein. Sein Name ist Spiaggia Lunga. Eine kleine Strandbar lädt zum Erfrischungsgetränk und Eis ein und wenn man weiter raus schwimm,  sieht man beim Schnorcheln sogar diverse Fische.  Überall wo Felsen sind, gibt es auch Seeigel, vor denen man sich in Acht nehmen sollte.

   

 

Neben diesen zwei zentralen Stränden gibt es noch einen dritten Strand. Zu Fuß geht man ca 10 Minuten vom Ortskern aus. Eine schöne kleine Wanderung die blühende rote Küste entlang, die an zu erklimmenden Felsen am Wasser endet, hinter denen sich das Surfer Paradies Sardiniens erstreckt – La Marinedda.  Nur keine Sorge, natürlich führt auch eine Straße zum Strand.

Nun waren wir in der Vorsaison da. Das hieß zwar, dass wir perfektes Wetter hatte und die Insel noch ruhig war. Es hieß aber auch, dass es noch keinen Mistral gab. Und der Mistral wiederrum ist die Grundvoraussetzung für die Wellen von Marinedda. Daher galt bei uns, kein Wind, keine Wellen, keine Surfer. Ärgerlich daran vor allem, dass ich mir nun vollkommen vergeblich ein Bodyboard gekauft hatte. Weniger ärgerlich war, dass der Mistral wohl auch die Angewohnheit hat, sehr kalt zu sein. Wir hatten also flaches, schon recht warmes Wasser und den Strand auch so gut wie für uns alleine.

   

 
La Marinedda hat noch einen riesen Vorteil. Er verfügt über lauter kleine Felsbuchten, die einem Schatten spenden. Daher lohnt es sich früh da zu sein.

Bei unserem ersten Strandbesuch in Marinedda erwischten wir noch die letzte Bucht. Wir breiteten uns aus und begannen zunächst mal mit einer Partie Uno. Dazu sei gesagt, dass mir UNO sehr schnell keinen Spaß mehr machte, denn Frau.Otto gewann immer!!! Immer, immer! Grrr. Nun, wir begannen also mit unserem Spielchen vor der Abkühlung im Wasser, als mich ein Gräusch im Gebüsch des Felsens irritierte, neben dem wir es uns bequem gemacht hatten. Das Geräusch klang als würde man eine Tüte hinter sich auf dem Boden herziehen. Schhhhhhh. Mein vorsichtiger und schon vorahnungsvoller Blicknach  links, bestätigte was ich schon vermutete. Sie war grün, schneller weg als ich aufschreien konnte und ihr Name ist Zornnatter. Sie ist nicht giftig, nicht gefährlich, wird halt nur „zornig“, wenn man sie belästigt und der Zorn äußert sich darin, dass sie „beim Zubeißen nicht sofort loslässt, sondern eine Art Kaubewegung macht. Ebenso entleert sie ihren Darm und die Afterdrüsen als Abwehrreaktion“(Wikipedia). Der Wunsch das mal hautnah zuerleben bestand nicht unbedingt, daher bewegten wir uns von nun an immer sehr trampelig über die Insel und guckten rechts und links von uns. An diesem Tag entschieden wir uns dafür, den Schattenplatz gegen einen sonnigeren zu tauschen…. Das nächste mal ergatterten wir eine weniger bewachsene Bucht.

  

Isola Rossas Wahrzeichen ist der Turm auf den roten Felsen. Ein spanischer Wehrturm. Isola Rossa ist nicht der einzige Ort mit einem solchen Turm auf Sardinien. Sardinien gehörte lang Zeit zu Spanien. Die Ur-Sarden hatten sich in die Berge zurück gezogen, da die Küsten nicht sicher für sie waren. Immer wieder kamen Piraten über das Meer an die sardischen Küsten. Um auf deren Kommen vorbereitet zu sein, bauten die Spanier im 16. Jahrhundert die Schutztürme. Der spanische Turm von Isola Rossa ist eingezäunt und kann nur von außen bestaunt werden.


Auf den Felsen um den Turm herum kann man herrlich den Sonnenuntergang genießen. Tatsächlich sollen dort auf häufig Delfine zu sehen kann. Wir haben bis zuletzt vergebens auf die Delfine gewartet…..

  

  
    

Dazu genießt man am besten ein kaltes Ichnusa. Aber dazu später mehr.

Mein Lobgesang an Sardiniens Norden ist noch nicht vorbei, findet aber hier sein vorläufiges Ende. Nächste Woche werde ich Euch noch von unseren Ausflügen berichten und was man auf Sardinien unbedingt  gegessen und getrunken haben solle 😉 vorweg: ichnusa ist nur eins davon.

  


Hier gibt es noch mehr Sardinien 
Der perfekte Urlaub mit Kultur und Strand!?! Erst Rom, dass Sardinien! 

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