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Tulum Teil 1 – außergewöhnlich Übernachten und Außergewöhnliches erleben am Playa Akun

 

 

Tulum ist nach Cancun der bekannteste Ort in Yucatan. Vor allem wohl weil er als es als Hippie Paradies mit tollen Restaurants und Promi-Faktor immer wieder in die deutschen Medien schafft. Auch wir waren 4 Tage in Tulum. Von den ersten 2 Tagen und unserem Stop in Bacalar erzähle ich in diesem Artikel.

Unser Weg nach Tulum 

Als wir Tobacco Caye verlassen läuft auf meinem Kopfhörer „geh nicht“ von Philipp Poisel

„Geh aus mei’m Herz und sag

Was willst du haben?

Komm nicht zurück bevor der Abend graut

Geh mit mir an die Stelle bei den Winden

Und leg dich wie der Wind auf meine Haut

Und ich stehe hier am Fenster und ich schau den Wogen zu

Wie der Wind den Regen über’s Meer treibt

Geh nicht

Geh nicht fort von mir

Lass mich

Hier nicht zurück

Und dann gehen wir

Auf offenen Feldern

In offenen Wege

In unser Paradies“

Und genauso fühlt sich der Abschied an. Ich werde melancholisch und sehne mich jetzt schon zurück. Nicht ahnend, dass das was mich jetzt erwarten wird noch viel größer, viel magischer sein wird…

Tag 11 unserer Reise durch Mexiko, Guatemala, Belize und Cuba. – Der Weg nach von Chetumal nach Tulum

Bacalar swimming

Um 09:00 Uhr klingelt unser Wecker, wir nehmen ein eher semi-gutes Frühstück im Hotel ein und setzen uns in unseren alten Chevrolet, den wir den Abends davor so mühevoll ergattert hatten. Unser erstes Ziel, die blaue Lagune von Bacalar. Eigentlich wollten wir hier ursprünglich ein Hotel nehmen (Anstelle von Chetumal). Aus Kostengründen haben wir uns anders entschieden. Wir haben von einem tollen Cafe mit Ausblick erfahren, können es aber leider nicht finden! Also fahren wir bis nach hinten durch und erkaufen uns für ein paar Pesos Eintritt in einem alten Schwimmbad. Hier gibt es einen Steg und Rutschen (die leider ziemlich am Hintern weh tun). Auch eine Tour startet von hier. Es ist sehr ruhig und man kann daher ganz in Ruhe baden. Es fehlt jedoch an Liegen und die Toiletten sind sehr grenz-wertig. Eine Empfehlung kann ich aber für das wirklich sehr gute, frische Essen geben, das zudem noch echt günstig ist. Wir bleiben ca 2 Stunden, bevor wir aufbrechen. Das Regenradar lässt leider keinen Zweifel darüber aufkommen, wir werden Tulum wohl nicht mehr trocken erreichen.

Die Autobahnen in Mexiko sind echt voll in Ordnung. Die Mexikaner drängeln nicht und das einzig wirklich nervige sind diese ständigen Huggel, mit denen wir schon in Palenque Bekanntschaft gemacht hatten. „Die eine Lampe leuchtet“ skeptisch gucke ich zu Marine. „Welche?“ „Keine Ahnung. Nicht Motor und nicht Öl oder Batterie, ich weiß nicht was das sein soll!“ “ das ist vermutlich der Vergaser! Wird schon nichts passieren. Hier blinken in jedem Auto irgendwelche Warnlampen!“

Tulum rain

Kurz vor Tulum war es dann soweit, Regen wie aus Eimern. Tulum selber ist nicht am Strand und daher fährt man durch Tulum und dann rechts ab, um zu den Hotelanlagen am Strand zu kommen – dem stylischen Teil, für den Tulum in den letzten Jahren bekannt geworden ist. Hier ist das Hartwood und hier sind die stylischen Boutiquen und Yoga Ressorts.

Unser Bus im Sian Ka An Naturschutzgebiet bei Tulum am Playa Akun

Aber unserer Unterkunft sollte noch viel cooler werden. Ja, das versteckte Hippie Paradies im Hippie-Paradies sozusagen. Wir müssen, um dorthin zu kommen, auch noch am „coolen Teil“ vorbei und weiter geradeaus ins Naturschutzgebiet bei der Lagune Boca Paila und dem Playa Akun.  Bei starkem Regen und wirklich sau tiefen Schlaglöchern kein Spaß. So hatten wir uns das nicht vorgestellt, aber fürs Wetter kann keiner was. Bei Dämmerung fanden wir endlich das Tor. Hinter diesem Tor steht er, der Schulbus umgebaut zu einem Camper. Hinter dem Hügel, den ich als Norddeutsche mal als „Deich“ bezeichne, das Meer. Nur für uns! Auf der anderen Seite der Straße durchs Gestrüpp die Lagune – die grau im Regen verschwand. Ein Traum bei schönem Wetter. Doch, was  macht man bei starkem Regen in einem Camper – Bier trinken und Stadt Land Fluss spielen. Ich habe gewonnen!
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Tag 12 – ein ganz besonderer Tag

Shopping und Frühstück an der Hotelstraße vom Playa Paraiso

Der nächste Morgen ist grau. Aber es regnet nicht mehr. Also nutzen wir die Chance und springen ins Wasser. Das ist sicherlich einer der schönsten Strände an dem ich jemals war und sein werde! Vor allem hat man ihn ganz für sich alleine keine Menschen Seele weit und breit, wäre da nicht der Müll… Da nämlich keine Menschen Seele weit und breit ist und auch kein Touri-Ressort, fühlt sich wohl auch keiner dafür verantwortlich, den angespülten Plastik wegzuräumen. Einzig und allein neben der Villa die, gerade gebaut wird und dem Airbnb Bus Besitzer gehört, ist der Müll fein säuberlich zu Seite geräumt worden. Wohlgemerkt: zur Seite! Neben der Villa ist der Müllberg nämlich am größten. Nach unserem Bad holen wir daher Müllsäcke und sammeln. In einer Viertelstunde jeweils einen Sack voll!

Müll sammeln macht hungrig und laut Wetterradar regnet es gleich und wird dann ab 15:00 Uhr schön. Also steigen wir ins Auto und fahren die 8 Km zurück zu den Strandhotels von Tulum. Schnell finden wir ein kleines Lokal, dass guten Kaffee und leckeres vegetarisches Frühstück hat.

Breakfast Tulum

Danach schauen wir uns die schönen Geschäfte an und trinken noch einen Matcha. Gegen 14:00 Uhr fahren wir zurück. Zum Strand Playa Paraíso gelangen wir nicht. Die Hotels haben alle ihren privaten Zugang. Leider hat das Wetter-Radar unrecht. es fängt nun wieder an zu regnen und schnell wird klar, mit sonnen am Strand wird das heute nichts mehr – also noch mehr Bier und Stadt Land Fluss statt schnorcheln.

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Gegen Abend gehe ich nochmal auf unsere Aussichtsplattform um Fotos und ein Video zu machen. Langsam fängt es an zu dämmern und am nächsten Tag müssen wir schon umziehen.

Bock pailaPlaya akun destination

Unten spielt ein Hund und Möwen kreisen über der Brandung. Ein traumhaftes Bild.

Doch während ich grade ein Video drehe um danach Fotos zu machen, kommt mir was komisch vor. Irgendwas krabbelt da unten über den Strand. Krebse?

Es sind Schildkrötenbabys !!!! Der Hund hat eines von ihnen im Maul.  Möwen versuchen sie zu greifen. Ich schreie und brülle so laut ich kann und die Möwen und der Hund weichen ab.

http://www.cattivakat.com/wp-content/uploads/2018/03/img_3032.mov

Leider kommen Sie ganz schnell wieder. Ich trage die Schildkröten ins Wasser und sehe, dass die Möwen sie an der Sandbank wieder rausholen! Der Hund hat wieder ein Baby im Maul. Ich rufe nach Marina. Brülle ihn an und er lässt los. In der Ferne beobachtet mich eine Frau, die Gast im Restaurant ist, das Geschehen und läuft los um Hilfe zu holen. Der Hund lässt das Baby los. Es blutet an der Flosse ich weiß nicht was ich tun soll, bin Sekunden lang hilflos. Das Kleine bewegt die Flosse, nicht gebrochen. Ich schnappe noch ein Baby und laufe mit beiden ins Meer über die Sandbank und tauche mit Ihnen unter und lasse sie los, sie schwimmen in die Freiheit. Ob Sie da sicher sind? Selbst von den Schildkrötenbabys, die es ins Meer schaffen, erreicht nur ein Bruchteil das Erwachsenenalter. Neben Fressfeinden, ist der Mensch ihr größter Feind. Sie bleiben im Plastik hängen oder fressen es. Sie sterben, weil wir einfach nie genug bekommen. Weil wir unsere Umwelt wie Scheiße behandeln. Weil Menschen Zahnbürsten ins Meer schmeißen, welche zu Mikroplastik wird. Weil der Mensch riesige Netze über den Meeresboden hängt, in denen die Schildkröten hängen bleiben, werden meine beiden Babys vermutlich keine 2 Jahre alt!!!

 

 

Als ich aus dem Meer zurückkomme ist Marina da und auch 2 Mexikaner vom Restaurant und die Frau. Sie haben einen Eimer und sammeln die Kleinen ein. Danach graben die beiden Männer und ich das Loch auf und holen alle weiteren Babys raus. Am Ende sind es an die 30 Babys (80 leere Eier zähle ich). In dem Loch werden die Arbeiter am nächsten 2 Tag noch 2 lebende Babys finden. Die hier auf den Fotos sind. In der Nacht lassen die Mexikaner die Babys ins Meer. Dann sind sie sicher. Sicher vor den Vögeln und dem Hund – nicht vor dem Plastik, nicht vor den Netzen.

 

 

Hier geht es zu unserem Bus (unbezahlte Werbung)

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1 Comment

  • Reply
    Tierschutz im Urlaub: Schildkröten retten in Griechenland - Kats Home and Travel - Healthy Lifestyle Blogazine
    12. November 2018 at 14:39

    […] aufmerksam verfolgt, erinnert sich vielleicht noch an unser unglaubliches Erlebnis am Strand von Tulum. Dort nämlich waren wir zufällig dabei, als Schildkröten-Babys das Licht der Welt erblickten. […]

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